Kotschhof

Alter Hof mit neuem Schwung

Das Tiroler Grauvieh ist eine in Österreich beheimatete Rinderrasse. Sie ist im gesamten Alpengebiet zu finden. Die meisten Tiere befinden sich in Tirol und Voralberg, aber auch in Oberösterreich und Salzburg.

Das Grauvieh ist ein Zweinutzungsrind. Sie besitzen eine Silber- bis eisengraue Farbe. Das Flotzmaul ist dunkel und hell umrandet. Die Stiere sind etwas dunkler als die Kühe. Beide besitzen einen Aalstrich auf dem Rücken.

Die Kälber haben bei der Geburt ein Gewicht von 30 - 45 kg. Die Kühe erreichen eine Widerristhöhe von 130 - 140 cm bei einem Gewicht von 550 - 650 kg. Die Stiere erreichen eine Gewicht von 900 - 1050 kg, bei einer Widerristhöhe von 140 - 150 cm.

Das Tiroler Grauvieh wird als seltene und erhaltungswürdige Nutztierrasse eingestuft.

In der Zeit der Räter (Volk der Antike der mittleren Alpen) wurde in einigen Seitentälern Tirols Rinder mit einer silbergrauen Farbe und höherem Wuchs gehalten. Römische Schriftsteller berichten schon von de guten Milchleistung des kleinen grauen Alpenrinds.

Die währen der Völkerwanderung in den Alpen angesiedelten Alemannen brachten großrahmige Tiere mit ins Land  und es folgte eine Vermischung des heimischen ligurisch - keltischen Rind mit dem großrahmigen Rind der Alemannen.

Bis ins 20. Jahrhundert gab es aufgrund des geringen Austauschs der Tiere zwischen den Tälern und verschiedenen Umwelteinflüssen unterschiedliche Rasseschläge, die sich hier und da mehr oder weniger unterschieden.

Ab den 1870er Jahren findet man erste Rassebeschreibungen der verschiedenen Schläge.

Im Norden Tirols gab es zu dieser Zeit drei Schläge, welche als Vorläufer des Grauvieh gelten:

  • das "Oberinttaler Rind", welches vorwiegend bei Landeck anzutreffen war, war eines der leichteren Sorten. Es hatte eine graugelbe Farbe.
  • der "Lechtaler" Schlag hatte eine eisengrau Farbe und galt als schweres Rind
  • genau wie das "Wipptaler Rind", welches jedoch eine Farbe von semmelgelb bis graugelb hatte.

Ende des 19. Jahrhunderts trennten sich die Schläge des graubraunen Höhenviehs und wurde in die Rasse Braunvieh und Grauvieh aufgeteilt. 1907 wurden dann verschiedene Farbschläge zusammengefasst. Es wird angenommen, dass die Lechtaler Linie durch Verdrängungskreuzung in das Tiroler Braunvieh überging.

Die Wipptaler Linie näherte sich dem Oberinntaler Rind an.

Zu dieser Zeit gab es vom Grauvieh noch rund 150.000 bis 200.000 Tiere.

Als Milchvieh war das Grauvieh nicht nur in Süddeutschland, Ostösterreich und der Steiermark, sondern auch in Böhmen, Mähren und Ungarn zu finden.

Durch die starke Industrialisierung in Mitteleuropa und der dadurch höhere Bedarf an Milch und Fleisch führte zu einem starkem Abverkauf der besten Tiere in die Ballungszentren. Dies führte zu einem Rückgang der Qualität und der Menge des Grauviehbestandes. Der Landeskulturverband für Tirol versuchte mit verschiedenen Maßnahmen dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte die Gründung der ersten Grauviehzuchtgenossenschaft in Oberhofen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde mit der Reinzucht begonnen.

Der "Tiroler Grauviehzuchtverband" wurde 1924 in Landeck gegründet. Ihm obliegt auch die Führung des Herdbuchs. 1926 und 1927 kommt es zur ersten allgemeinen Grauviehausstellung. 1928 wurden die ersten Verbandsaustellungen in Inzing und Ried abgehalten.

1933 wurde ein allgemein geltendes Zuchtziel ausgegeben, welches schon damals auf die robuste Gesundheit, die gute Futterverwertung, aber auch eine guten Fleisch-und Milchleistung Bezug nimmt. Desweiteren soll eine Vereinheitlichung der Form und Farbe stattfinden.

1938 zählt der Verband 44 Vereine mit 1000 Mitgliedern und 1800 herdbuchgeführten Tieren.Nach dem 2. Weltkrieg entsteht ein engerer Kontakt zu den südtiroler Grauviehzüchtern. Daraus entsteht 1949 der Südtiroler Grauhviehzuchtverband (heute: Nationale Vereinigung der Züchter für die Grauhviehrasse). Es kam zur Einführung eines eigenen Herdbuchs und somit zur Leistungsprüfung und Entfaltung von Zuchtmaßnahmen.

Das Besondere an Zweinutzungsrassen ist, dass sowohl auf eine gute Milchleistung, aber auch auf eine gute Fleischleistung gezüchtet wird.

Mit einer Milchleistung von ca. 4900 kg liegt der Eiweißgehalt bei ca.3,3 % und der  Fettgehalt bei ca. 4%.

Das Herdbuch unterteilt sich in die Zuchtrichtung Doppelnutzung mit guter Milch- und Fleischleistung,sowie der Zuchtrichtung Fleisch, um dem zunehmenden Einsatz in der Mutterkuhhaltung Rechnung zutragen.

Das Tiroler Grauhvieh wurde und wird in den extremen Bergregionen Tirols gezüchtet. Ihre Langlebigkeit und gute Fruchtbarkeit machen sie bei den Züchten so beliebt und werden im aktuellen Zuchtgeschehen berücksichtigt.

Das gesamte Jungvieh lebt in den Sommermonaten auf der Alpe.